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100 Jahre Pfarrkirche St. Nikolaus in Stoppenberg 25 Jahre Kirche St. Anno in Stoppenberg
Über viele Jahrhunderte war die kleine Stiftskirche auf dem Stoppenberg das Gotteshaus für die Bauern des Altenessener Quartiers. Hier ging man Sonntags zur Kirche, die Kinder wurden getauft und Ehen geschlossen. Hauptkirche war aber die Kirche St. Gertrud (die heutige Marktkirche) bis 1563 dort die Reformation eingeführt wurde. Die Stiftskirche auf dem Stoppenberg blieb weiterhin katholisch. Sie ist dann auch Pfarrkirche für die Bauerschaften Altenessen, Karnap und Katenrberg geworden. Josef Herten hat in seinen „Wanderungen durch den Essener Norden“ auf eine durch Befehl von Kaiser Napoleon, am 17. März 1810 in Düsseldorf betätigte Urkunde hingewiesen, in der Stoppenberger Vikar Johann Stade an der Stiftskirche zum Pfarrer ernannt wird.
Durch die Industriealisierung ist die Einwohnerzahl der Gemeinden in wenigen Jahren sehr stark angewachsen. Die Kirche auf dem Hügel war bald viel zu klein. Eine neue, große Kirche musste gebaut werden. 1904 entschied der Kirchenvorstand mit dem Pfarrer Lintzen den Kölner Architekten Carl Moritz mit dem Bau zu beauftragen. Der hat sich bei seinem Entwurf von der Konstantinsbasilika in Rom inspirieren lassen. So entstand ein großer Raum mit Jugendstilelementen, der von jedem Platz einen freien Blick auf den Altar möglich macht. Am 17. Oktober 1907 ist die Kirch von Kardinal Fischer von Köln geweiht worden. Das äußere Bild von St. Nikolaus wird bestimmt, durch die beiden 49 m hohen Türme mit den kupferbedeckten Spitzen und durch den sehr eigenwilligen Baustil.
Die Kirche St. Anno hat keine lange Geschichte. Für das Neubaugebiet auf der Kersthofer Höhe, nahe der Zeche Helene, hat 1958 Dechant Bollig eine alte Idee wieder aufgegriffen. Dort im Schnittpunkt von drei Pfarrgemeinden – St. Nikolaus – Herz Jesu – St. Hedwig sollte ein Seelsorgezentrum entstehen. Nach dem Bau einer Notkirche ist dann 1976 mit dem Bau der Kirche begonnen worden. Es entstand ein sehr eigenwilliger Bau. Die Architekten hatten zwei Quadrate ineinander versetzt, so das ein pyramidenförmiger Bau entstand. Dadurch war ein Kontrapunkt zu den umgebenden Hochhäusern gegeben. Jetzt, 2008, wird die Kirche im Zuge der Strukturreform im Bistum Essen geschlossen. (In der Pfarrgemeinde St. Nikolaus gab es keine ernsthafte Gegenwehr dazu!!!) Schade, St. Anno war eine sehr aktive Gemeinde.
Zu beiden Jubiläen ist eine Festschrift mit vielen Bildern erschienen. Sie kann im Pfarrbüro an der Stoppenberger Straße zum Preise von 5,50 € erworben werden.
5. März 2008 Günter Napierala
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