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Rest-Programm des Historischen Vereins Essen für das erste Halbjahr 2008
Donnerstag, 17. April, 19.00 Uhr Vortrag Dr. Bernhard Weber-Brosamer (Haniel-Museum, Duisburg): Vom Schacht Franz zur Zeche Zollverein. Franz Haniel erschließt für das Revier die Kokskohle (Haus der Technik, Hollestr. 1)
1834 gelang dem Kaufmann, Reeder und Industriellen Franz Haniel (1779-1868) buchstäblich ein Durchbruch. In Schönebeck stieß er in etwa 60 Metern Tiefe auf ein Kohlenflöz. Erstmals war ein senkrechter Schacht durch das über der Kohle liegende Deckgebirge aus Mergelgestein niedergebracht worden. Doch die hohen Investitionen brachten noch keinen Erfolg. Haniel suchte Kokskohle, eine Kohlenqualität, aus der man Hochofenkoks gewinnen kann. Nach weiteren jahrelangen Versuchen in der Gegend von Essen kam er endlich 1851 mit der Zeche Zollverein ans Ziel. Jetzt konnten die Hochöfen des Reviers, die bis dahin mit Holzkohle befeuert wurden, auf Koks umgestellt werden. Das Revier war für die Schwerindustrie gerüstet.
Samstag, 19. April, 15.00 Uhr Führung Dr. Bernhard Weber-Brosamer: Haniel-Museum (Franz-Haniel-Platz 1, 47119 Duisburg) Anmeldung im Stadtarchiv Tel. 0201 – 88 41 300
Ein Kleinod unter den Ausstellungen zur Unternehmensgeschichte befindet sich in Duisburg-Ruhrort. Dort steht das ehemalige Packhaus des Unternehmens Haniel, erbaut 1756, in dem sich heute die Ausstellungsräume des Haniel Museums befinden. Der Leiter des Museums und des Haniel-Archivs, Herr Dr. Weber-Brosamer, wird uns durch die Ausstellung führen, die die Geschichte des Unternehmens eindrucksvoll vor Augen führt.
Donnerstag, 8. Mai, 19.00 Uhr Vortrag Hartwig Kersken M.A. (Universität Duisburg-Essen): Das Jahr 1244. Essen wird Stadt!? (Haus der Technik, Hollestr. 1)
Das Jahr 1244 wurde insbesondere von der älteren Forschung mit dem Jahr der Stadtwerdung Essens gleichgesetzt und so gleichsam zum Symbol für eine eigenständige Stadtgeschichte. Grundlage für diese Auffassung war eine Urkunde, die uns als erste städtische Urkunde im Rechtssinn überliefert ist. Offenkundig rührt dieses zweite Essener „Gründungsjahr“ – im Gegensatz zu der Jahreszahl 852 – also von einem handfesten Beweisstück her und scheint deshalb über jeden Zweifel erhaben. Doch auch hier entstehen bei näherer Betrachtung erhebliche Probleme – denn die Urkunde wirft mehr Fragen auf als sie beantwortet.
Donnerstag, 12. Juni, 19.00 Uhr Vortrag Prof. Dr. Alfons Kenkmann (Universität Leipzig): Totenkult, Tradition, Trubel. Die wechselvolle Geschichte des „Ruhrkämpfer-Ehrenmals“ in Essen-Steele (Haus der Technik, Hollestr. 1)
Im Kampf gegen die Rote Ruhrarmee zählte die Sicherheitspolizei zu Beginn der Weimarer Republik auch Opfer in ihren eigenen Reihen. Mit dem im November 1934 errichteten Ehrenmal in Steele-Horst gedachte die uniformierte Polizei nicht nur ihren gefallenen Mitkämpfern, sondern sie schuf sich auch einen Ort der eigenen Traditionsbildung. Nach dem Ende des Dritten Reichs stand das Denkmal immer wieder im Mittelpunkt öffentlicher Debatten, die sich zwischen den Polen Abriss und Konservation bewegten. Prof. Alfons Kenkmann ist Universitätsprofessor für Geschichtsdidaktik in Leipzig und Vorsitzender des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen.
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