Arbeitsgemeinschaft Essener Geschichtsinitiativen
im FORUM Geschichtskultur an Ruhr und Emscher eV.

INFO Nr. 14 März 2003
Neue Arbeitsmaterialien für den Schulunterricht

So wie kaum ein anderes historisches Ereignis wurde der Kapp-Putsch und die Kämpfe der Rote-Ruhr-Armee kontrovers diskutiert. Für die einen brach mit der Eroberung des Ruhrgebiets durch die Arbeitertruppe die „revolutionäre Morgenröte“ an, während andere diese Tage als „bolschewistische Schreckensherrschaft“ erlebten. Sie begrüßten daher den Einmarsch der Reichswehr und der Freikorps als Rückkehr zu Ruhe und Ordnung und übersahen den „weißen Terror“, der zahlreiche Menschenleben kostete.

Zu den Ereignissen 1920 in Essen hat das Stadtarchiv in der Reihe „Materialien für den Unterricht“ einen neuen Band „Kapp-Putsch und Rote-Ruhr-Armee in Essen“ herausgebracht, der für 3 Euro im Stadtarchiv erworben werden kann.

Die Dokumentation, die neben Aktenschriftstücken und Zeitungsartikeln zahlreiche literarische Texte und Abbildungen enthält, beschränkt sich nicht allein auf die Darstellung des Geschehens, sondern widmet sich auch der nachträglichen Reflektion der Ereignisse im Medium des öffentlichen Gedenkens. Dabei zeigt sich in der krassen Perspektivik, in welch hohem Maße die Geschehnisse in propagandistische Konzepte eingebunden und von Legenden überwuchert wurden.