Arbeitsgemeinschaft Essener Geschichtsinitiativen
im FORUM Geschichtskultur an Ruhr und Emscher eV.

 

VERÖFFENTLICHUNGEN

Am Sonntag, 15.10.2006, wurde das neue Buch

„Der Steinkohlenbergbau in Essen-Überruhr“ von Rainer Busch,
dem Historiker der Bürgerschaft Kupferdreh, im Rahmen einer Feierstunde im Mineralienmuseum Kupferdreh präsentiert. In dem Buch schildert Busch sehr anschaulich die Geschichte des Steinkohlenbergbaus auf der Ruhrhalbinsel, insbesondere die Geschichte der Zeche Heinrich. Illustriert ist die Dokumentation mit vielen historischen Fotos, Karten und Dokumenten. Eine optimale wie außergewöhnliche Ergänzung zu den historischen Fakten sind die im zweiten Teil des Buches veröffentlichten Auszüge aus dem persönlichen Tagebuch Cerviks. In seinen Notizen aus der frühen Nachkriegszeit, als er auf Zeche Heinrich als Bergknappenlehrling arbeitete, schildert er den Alltag und die schwere Arbeit unter Tage mit teilweise dramatischen Worten. Mit der Kombination der historischen Fakten und den persönlichen Eindrücken des Zeitzeugen Cervik ist den Autoren eine hervorragende zeitgeschichtliche Dokumentation gelungen. Die Bürgerschaft Kupferdreh hat mit der Herausgabe des Buches die Reihe der bisher veröffentlichten ortsgeschichtlichen Publikationen um ein weiteres sehr interessantes Werk ergänzt

Übernahme aus der Mailingliste - geschichtskultur-ruhr:

Eiden, Christian: Versorgungswirtschaft als regionale Organisation. Die Wasserversorgung Berlins und des Ruhrgebiets zwischen 1850 und 1930, Rheinisch-Westfälische Hochschulschriften, Band 4, Klartext Verlag, Essen 2006, 366 S., Broschur, ISBN 3-89861-609-6, 29,90 Euro

Privatisierungen öffentlicher Dienstleistungen verhelfen dem Sektor der Infrastruktur, bislang eine wenig beachtete »Selbstverständlichkeit«, zu wachsendem Interesse. Besonders in der Versorgung mit Energie und Wasser sehen internationale Versorgungsunternehmen große wirtschaftliche Chancen, während Globalisierungsgegner den Kontrollverlust der Öffentlichkeit über elementare Ressourcen befürchten. Bislang wurde dabei kaum beachtet, dass schon die Entstehung dieser Versorgungssysteme seit Mitte des 19. Jahrhunderts mit ähnlichen Konflikten einherging.
Am Beispiel der Wasserversorgung von zwei der dynamischsten Wachstumsregionen dieser Zeit geht der Autor der Frage nach, wie Handlungsträger aus Politik und Wirtschaft komplexe Dienstleistungssysteme organisierten, die bis dahin auf dem europäischen Kontinent beispiellos waren. Technische, rechtliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen werden dabei ebenso untersucht wie die Entwicklung einzelner Versorgungsunternehmen. Methodisch wählt der Verfasser einen neuen Ansatz, indem er die Untersuchung als historischen Vergleich anlegt und Wasserversorgung als soziotechnisches Netzwerk (großtechnisches System) auffasst.