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Wieder ein Stück mehr Geschichte! Seit geraumer Zeit ist die Bürgerschaft Rellinghausen-Stadtwald e. V.dabei, ihre Geschichte aufzuarbeiten. "Rellinghausen und seine Geschichte" nannte Hans Schreoer sein Werk, mit dem alles seinen Anfang nahm. Stück für Stück wurde gesammelt, aufgestellt. Das Stift Rellinghausen gab und gibt vieles her. Über 1000 Jahre haben Menschen Geschichte geschrieben. Stiftsdamen haben das Dorf verwaltet, haben ihm Leben gegeben. Die Essener Äbtissin Mathilde hatte den Anfang gemacht. Und so sind in über 1000 Jahren viele Zeichen gesetzt worden, viele auch, die es wert sind, heute noch genannt und dargestellt zu werden. Mit einer besonderen Liebe zur Heimatgeschichte haben die Rellinghauser das ehemalige Zentrum des Stiftes wieder hergerichtet. Die Stiftspfarrgemeinde St. Lambertus machte vorbildliche Arbeit in der Restaurierung von Kirche und umliegenden Kurien. Private Eigentümer folgten diesem Beispiel. Die Bürgerschaft Rellinghausen-Stadtwald e. V. konnte mit dem Erwerb und nachfolgender Restaurierung des Blücherturms ein weiteres Zeichen setzen. All dieses wird den Bürgern jetzt in besonderer Weise vorgestellt und kenntlich gemacht. Info-Tafeln berichten an Ort und Stelle über Denkmäler, erzählen ihre Geschichte. So soll gleichzeitig den Bürgern wieder Heimatgeschichte ins Bewußtsein gebracht werden. Nachfolgende Generationen sollen über diese Informationstafeln davon erfahren. Ein Wegenetz, sogenannte "Denkmalpfade", wurden zwischen all diesen Denkmälern geschaffen. Einen "Wanderführer" gibt es bereits. Marlies Holle gibt darin präzise über diese Denkmäler Auskunft, zeigt uns den Weg dorthin. Neu ist nun folgendes: Immer weiter wird dieses Denkmalwegenetz ausgebaut. So konnten am 26.08.2005 wieder drei neue Info-Tafeln den Bürgern übergeben werden. Unter großer Teilnahme der Bevölkerung, in Anwesenheit des Essener Oberbürgermeisters, Herrn Dr. Wolfgang Reiniger, und zahlreichen Ehrengästen wurden diese Tafeln feierlich enthüllt. Einer Wanderung gleich, dem "Wanderführer" folgend, haben wir den Weg genommen. Erstes Ziel des Weges war die ehemalige Maschinenfabrik Dinnendahl an der Westfalenstraße. Marlies Holle führt dies im Wanderführer wie folgt an: "Der begabte Mechaniker Franz Dinnendahl hatte mit seiner dampfbetriebenen Wasserhaltungsmaschine eine wichtige Erfindung für den Bergbau gemacht; denn sie ermöglichte das Vordringen in größere Tiefen. Das hatte ihm viel Geld eingebracht, was er wiederum in die Zeche Kunstwerk - unweit von dieser Stelle - und eine Maschinenfabrik investierte. Die wirtschaftlichen Unternehmungen waren allerdings von geringerem Erfolg. Verarmt starb er 1826 mit nur 51 Jahren und fand auf dem Rellinghauser Friedhof sein Grab. Die Maschinenfabrik kam nun in andere Hände, es ging aufwärts. Sie war zeitweilig mit rund 250 Beschäftigten der größte Arbeitgeber nach den Zechen hier am Ort. Dem tüchtigen Techniker zu Ehren behielt sie den Namen Dinnendahl bei." Der Weg führte uns dann zum historischen Klärwerk Annental, einem weiteren Rellinghauser Denkmal. Hier wurde hinsichtlich der Abwasserwirtschaft wahrhaft Geschichte geschrieben. Hier nämlich ging 1925 die erste Schlammbelebungsanlage des europäischen Kontinents in Betrieb. Die Faulgase des Klärschlammes konnten aufgefangen und wirtschaftlich nutzbar gemacht werden. Der Ruhrverband betreibt heute hier ein kleines Museum der Wasserwirtschaft. Gleich nebenan wurde mit einer weiteren neuen Info-Tafel wieder Station gemacht. Die Straße St. Annental führte uns zur St. Annakapelle. Mit diesem wohl bekanntesten und bedeutendsten Kapellenbau des Esse- ner Raumes ist eine seit fast 500 Jahre gepflegte, ungebrochene Rellinghauser Tradition verbunden. Die alljährliche Wallfahrt zur Kapelle geht auf einen Hostienraub im Jahre 1516 und deren wundersame Auffindung zurück. Geschlossen wurde dieses kleine heimatgeschichtliche Ereignis mit einem Festakt auf dem Rellinghauser Stiftplatz. Hier konnte die Festrunde noch erleben, wie vier historische Laternen entzündet wurden, die jetzt Nacht für Nacht den Stiftplatz in warmes Licht hüllen. Private Sponsoren und auch die Stadt Essen hatten dies möglich gemacht. - Dank allen auch an dieser Stelle! Nachzutragen wäre noch, daß zur Zeit eine Dokumentation über eine dunkle Geschichte Rellinghausens vorbereitet wird. In eigener Gerichtsbarkeit wurden Hexenprozesse geführt, wurde gefoltert und wurden Todesurteile vollstreckt. An der Hexentaufe - eine Straße trägt heute noch diesen Namen - wurden die Beschuldigten in der Ruhr versenkt. Marlies Holle hat seit langer Zeit in dieser Angelegenheit recherchiert und wird zu einer Ausstellung in den Blücherturm einladen. Eröffnung dieser Ausstellung ist am Samstag, 12.11.2005. Die Ausstellung wird über mehrere Monate laufen. - An dieser Stelle eine herzliche Einladung an alle Interessierten!
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