Arbeitsgemeinschaft Essener Geschichtsinitiativen
im FORUM Geschichtskultur an Ruhr und Emscher eV.

 

Info Nr. 15 Oktober 2003

An unsere Mitglieder   

                                                                                                                   im September 2003 / Ki.

Sehr geehrte Damen und Herren!

 Ein kleines Jubiläum steht an. Wir wollen "Fünf Jahre Blücherturm" feiern. Nach gründlicher Restaurierung konnte der Blücherturm im Oktober 1998 wiedereröffnet werden. Fünf Jahre sind seitdem vergangen. Viele Aktivitäten gab es in dieser Zeit im Turm. Wir haben eine kleine Chronik zusammengestellt; wir denken, es ist interessant noch einmal zu sehen und zu lesen, mit welchen Dingen wir uns befaßt haben, wie unser Angebot für Sie im Blücherturm stand. Wir machen weiter.

 Doch nun zu unserem Jubiläum. Wir laden Sie für

                         Freitag, 10. Oktober 2003, zwischen 17 Uhr und 22 Uhr,

 ganz herzlich in den Blücherturm zu einem kleinen Umtrunk ein. Lassen Sie uns ganz einfach ein wenig feiern und dabei Neuigkeiten austauschen und über die kleine und große Welt reden. Auch wird dem Liebhaber der Heimatgeschichte wieder etwas geboten. Mit einer

 "Dokumentation Blücherturm"

 stellen wir einmal den Blücherturm nach Bau, Geschichte und Bedeutung vor. Der Turm hat mit seinem hohen Alter sicherlich vieles auszusagen. Auch hierzu eine herzliche Einladung!

 Nicht nur der Blücherturm stand und steht in unserem Programm. In der Presse konnten Sie auch in diesem Jahr viel von den Aktivitäten der Bürgerschaft erfahren. Es wurde über die Einweihung von Stationen des Industrie‑Denkmalpfades berichtet. Mit einem einheitlichen Logo gehen wir mit den benachbarten Bürgervereinen Industrie‑Denkmalpfade ab. Später werden die Stationen mit kultur­historischer Bedeutung folgen. Über gekennzeichnete Wege sind diese Denkmäler einmal zu erreichen. Wir arbeiten daran, Geschichte und Daten zusammenzustellen. In den nächsten Monaten werden wir Ihnen mehr darüber berichten können.                                        

Wir wollten mit dieser kurzen Ankündigung Ihr Interesse dafür wecken.

 Für heute soll es einmal genug sein. "Fünf Jahre Blücherturm" füllten uns die Seiten.

 Mit freundlichen Grüßen Bürgerschaft Rellinghausen‑Stadtwald e. V.

  gez. Alex Patten (Vorsitzender)                         gez. Karl Kirchfeld (Schriftführer)

                                               DER ALTE TURM

 ‑ fast ein Märchen!

 Es war einmal ein alter Turm. Er war grau und unansehnlich geworden. Eine Menge Geschichte hatte er auf dem Buckel. Die Menschen hatten ihn geächtet, ja gefürchtet. Doch jetzt wollte ihn so recht niemand mehr. Fast unbeachtet stand er da, doch man ließ ihn nicht los. Man wollte ihn einfach nicht den Rellinghauser Bürgern überlassen. Gezerre und Gerangel gab es um ihn, fast schlug man sich um ihn.

 Doch dann nahm das Märchen seinen Lauf. Ein altes Märchen wurde Wirklichkeit. Fast unerwartet kehrte der alte Turm in die Hände der Rellinghauser zurück. Die Freude war groß.

 Und so fing alles an: Man schrieb das Jahr 1997. Der Blücherturm war inzwischen der Bürgerschaft Rellinghausen ‑ Stadtwald e. V. überschrieben worden. Das Alter des Turms war nicht zu übersehen. Seit 1567 hatten viele Generationen daran gebaut, vielen Zwecken hatte er gedient. Zuletzt stand er viele Jahre ungenutzt. So blieb nichts anderes übrig, als den Turm vollkommen zu entkernen und zu entrümpeln. Viele Bürger halfen. Dann ging es an Planung und Aufbau. Ganz nach dem Liedvers "Stein auf Stein, Stein auf Stein, das Haus, das wird bald fertig sein". Stück für Stück, ganz wie es die Finanzen zuließen, wurde gebaut. Spenden kamen von allen Seiten, dafür waren wir sehr dankbar. Als die große Hilfe von der Nordrhein‑Westfalen‑Stiftung kam, gab es kein Halten mehr. Der Turm wurde fertiggestellt und den Bürgern in seiner ganzen Pracht vorgestellt.

 Wir feiern in diesem Jahr ein kleines Jubiläum. 1998 wurde der Turm der Öffentlichkeit übergeben. Im Oktober 2003 wollen wir "Fünf Jahre Blücherturm" feiern. So wollen wir zurückblicken, um zu sehen, was alles in den Räumen des historischen Gemäuers geschah.

 Ein erstes Fest mit den Bauhandwerkern wurde auf den 1. Oktober 1998 terminiert. Richtfest wurde gefeiert. Dies sollte unser Dank an alle sein, die so treu und fleißig beim Bau des Blücherturms mitgewirkt hatten.

 Bald darauf schon, am 24. Oktober 1998, wurde zur offiziellen Einweihungsfeier mit vielen Gästen geladen. Einhelliges Lob wurde der Bürgerschaft, insbesondere der Bauleitung, entgegengebracht. Das Ergebnis der Restaurierung hatte offensichtlich alle Erwartungen übertroffen. Insgesamt war es ein Ergebnis von vielen privaten Helfern und Spendern, von Unterstützungen ungezählter Handwerksfirmen, von Zuwendungen der öffentlichen Hand, einer Zuwendung in Höhe von DM 150.000, ‑‑ der NRW‑Stiftung und vielen anderen kleineren Dingen. Danken konnten wir überall und allerorten.

 Fortan kamen Besucher, um das gelungene Werk zu bewundern. Nach und nach wurde das Haus mit Geschichte gefüllt. Heimatgeschichte wurde vermittelt, Geschichte wie ein Puzzle zusammengestellt. Eine Geschichtswerkstatt sollte dieser Turm werden, alle Generationen darin und daran arbeiten.

 Schon bald wurde der Plan aufgenommen, im Turm und seinem besonderen Ambiente Ausstellungen anzubieten. Eigens hierfür wurden Schaukästen Vitrinen und Tafeln installiert. Und so gab es dann den ersten Termin für die erste große Ausstellung. Am 9. Januar 1999 wurde die erste Ausstellung in der Serie der Heimatgeschichte eröffnet. Sie trug den Titel "Ruhrschiffahrt". Zu diesem Thema hatte Hans Schroer interessante Dokumente aus den Jahren von 1780 bis heute zusammengetragen. Die Ruhr bildete damals den wichtigsten Transportweg für die aufkommende Industrie an der Ruhr. Der Bergbau spielte dabei die zunächst führende Rolle. Ein Ruhraak, wie er im Modell zu sehen war, transportierte Kohle und andere Produkte.

 Zur Ausstellung gab es begleitende Schriften. Besucher zeigten großes Interesse. Schulkindern wurde Heimatgeschichte auf diese Art und Weise nähergebracht.

 Nach einer Laufzeit von mehr als zwei Monaten schloß sich die zweite Ausstellung unter dem Titel "Rellinghausen ‑ Heimat unserer Eltern und Großeltern ‑ Geschichte der letzten zwei Jahrhunderte" an. Diese hatte eine Öffnungszeit vom 25. Mai bis zum 15. August 1999. Alte Rellinghauser kamen in Scharen, um alte Fotos zu sehen oder Erinnerungen wieder aufzufrischen. Es waren Gespräche von Nachbar zu Nachbar, von Freunden zu Freunden. Alt‑Rellinghausen war wieder unter sich. Gespräche gab es ohne Ende.

 Inzwischen hatte sich auch rund um den Blücherturm einiges getan. Nach Beendigung der erforderlich gewordenen Tiefbauarbeiten konnten die angrenzenden Straßen gepflastert werden. Sie erinnern nun an historisches Aussehen. Historische Laternen säumen die Straßen ein, sie geben ihnen beschauliches Licht. Fotos zeigen mittelalterliche Atmosphäre. Man muß unser Dorf einfach gern haben!

Anregende Gespräche gab es beim ersten "Weinseminar" im Turm. Dieses fand am 16. April 1999 statt. Hierbei stellte der Blücherturm einen passenden Rahmen. Die historische Umgebung prägte die gute Stimmung.

 Und schon bald ging es wieder in die kleine Heimatgeschichte. Am 13. / 14. und 20. / 21. November 1999 hieß es: "Wie die Straßenbahn nach Rellinghausen kam". Die Verkehrshistorische Arbeitsgemeinschaft der Essener Verkehrs AG hatte zu dieser Ausstellung geladen. Schwierig war es für die Straßenbahn, nach Rellinghausen zu kommen. Starkes Gefälle konnte erst mit dem Ausbau der Rellinghauser Straße überwunden werden. Vorher waren nur Verbindungen über Rüttenscheid nach Essen und nach Steele entlang der Ruhr möglich. Die Aussteller konnten bei ihren Erklärungen großes Interesse wecken. Immer und überall hörte man Lob und Anerkennung.

 Noch im November 1999 wurde zu einer "Bergischen Kaffeetafel" eingeladen. Viele Gelegenheiten gab es dabei, Neuigkeiten aus dem Dorf auszutauschen. Viele Gäste kamen und freuen sich schon auf das nächste Treffen.

 Zu erwähnen bleibt in diesem Zusammenhang, daß es in jedem Monat jeweils am ersten Samstag des Monats von 15 Uhr bis 18 Uhr ‑ im Blücherturm die "offene Tür" gibt. Bei einer Tasse Kaffee und kleinem Gebäck wird zu Gespräch und Meinungsaustausch eingeladen. Gern wird immer wieder von diesem Angebot Gebrauch gemacht.

 Am 15. / 16. und 22. / 23. Januar 2000 gab es wieder etwas zu sehen und zu bestaunen. "Malerei und Glaskunst" wurden ausgestellt. Diese spezielle Ausstellung hatte viele Besucher.

 Ein altes Handwerk wurde vorgestellt. Die Familie Lauterbach führte in den Beruf des Uhrmachers ein. Große handwerkliche Kunst wurde gezeigt, alte Uhren vorgestellt. Ein volles Haus zeugte von großem Interesse. Die am 1. und 2. April 2000 gezeigte Ausstellung soll auf vielfachen Wunsch hin wiederholt werden. Besondere Werke der Goldschmiede und die Arbeit mit Edelsteinen sollen dabei zu sehen sein. Vorfreude wurde damit auf die zweite Ausstellung geweckt.

 Zu Werkstätten besonderer Art wird immer wieder in den Blücherturm eingeladen. Das Archiv der Bürgerschaft bietet einen großen Rahmen und Schatz heimatgeschichtlicher Dokumente, Schriften und Fotos. Auf verschiedene Arten und nach verschiedenen Themen können diese zusammengestellt werden. An diesen "Geschichtswerkstätten" beteiligen sich die Schüler der örtlichen Schulen. Weitere Interessenten sind herzlich willkommen.

 Zu einer Ausstellung der besonderen Art wurde ab dem 8. April 2000 eingeladen. "Die Eisenbahn durch Rellinghausen" wurde vorgestellt. In einer großartigen Aufmachung wurde die Historie der Eisenbahn in Bildern, Schriften und Modellen gezeigt. Liebhaber von nah und fern kamen, um diese gelungenen Arbeiten zu sehen. Der Besucherstrom nahm kein Ende. Eine Verlängerung der Ausstellung war unumgänglich. Die zu dieser Ausstellung gefertigten Kataloge wurden förmlich aus den Händen gerissen. Die Aussteller, Markus und Rüdiger Kronfeld, ernteten viel Beifall.

 Großer Besuch kam am 16. Juni 2000 nach Rellinghausen. Es stand eine Begehung durch Rellinghausen an. Mit Herrn Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger konnten Bürger durch Rellinghausen wandern. In Gesprächen konnten Wünsche und Sorgen vorgetragen werden.

 Diesem Rundgang schloß sich eine kleine Feier zur Enthüllung einer Spendertafel an. Im Eingangsbereich des Blücherturms war eine "Spendertafel" angebracht worden, auf der die Namen von großherzigen Spendern zu finden sind. Zahlreiche Ehrengäste und Bürger nahmen an diesem kleinen Fest teil. Ein Bürgerabend schloß sich dieser Feier an.

 Ganz aktuell sind überdies alle Berichte über den Blücherturm und Rellinghausen in der Presse. Sie geben ausführliche Informationen an Stadt und Land weiter.

Viel Heimatgeschichte gab es dann über den Bergbau im Herbst 2000. Informiert wurde über die Zechen Langenbrahm, Ludwig und Gottfried Wilhelm. Einigen Generationen hatten diese Zechen Arbeit und Brot gegeben. Stätten des Industrie‑Denkmalpfades geben heute Auskunft über die ehemals am Ort fördernden Zechen. Tiefbau und Stollenabbau sind inzwischen Geschichte geworden. Mit der Ausstellung wurde diese Industrie für kurze Zeit wieder lebendig gemacht.

 Das Jahr 2001 begann mit feiner Handwerkskunst. Mit dem "Klöppeln" wurde ein altes Handwerk vorgestellt. Viele interessierte Zuseher kamen. Man holte sich Anregungen für eigene Arbeiten.

 An einem weiteren Wochenende war die "feine Stickerei" das Thema. Man konnte über die Feinheiten dieser Arbeiten staunen. Alte Kunst sollte den Bürgern wieder ins Bewußtsein gebracht werden. Der Rellinghauser Klöppel‑ und Handarbeitskreis hatte eingeladen.

Eine Kunstausstellung mit der Malerin Maria Sophie Söhnchen schloß sich an. Mit großer Liebe gemalte Sonnenblumen schmückten den alten Blücherturm.

 Das Gespräch unter Bürgern soll nicht zu kurz kommen. Daher wurde am 4. März 2001 noch einmal die "Bergische Kaffeetafel" angeboten. Auch diese fand wieder großen Zuspruch.

 Zu sehen gab es ferner einen Schiffs‑Modellbau. In kunstvoller Kleinarbeit waren diese Modelle hergestellt.

 Über den Sommer 2001 waren historische Karten, Skizzen und Lagepläne von Rellinghausen und Essen zu sehen. Große Unterstützung erfuhr diese Ausstellung durch verschiedene Ämter der Stadt Essen und anderer Behörden.

 "Rellinghausen auf alten und neuen Karten" wurde darüber hinaus eigens von Johannes Stoll vorgestellt.

 "Malerei und Keramik" wurden im November 2001 von einer Künstlerin gezeigt.

 Bilder eines Rellinghauser Künstlers waren im Turm zu sehen.

 Eine Krippenausstellung leitete die Advents‑ und Weihnachtszeit 2001 ein. Es gab eine großartige Sammlung der Familie Kappert, die sich ganz der polnischen Kunst widmete. Eine eher fremde naive Kunst wurde uns nähergebracht.

 Als sehr eigenwillig konnten die Exponate einer Photoausstellung bezeichnet werden, die im April und Mai 2002 gezeigt wurden. Auch hier waren große Besucherzahlen zu verzeichnen.

 Der Rellinghauser Geschichtskreis befaßte sich mit dem Thema "Rellinghausen ‑ gestern ‑ heute". Vom 31. August bis zum 13. Oktober 2002 lief diese große Geschichtsausstellung. "Rellinghauser (An) STIFT (ungen) wurden im Rahmen der 1150‑Jahr‑Feier von Stift und Stadt Essen gezeigt. Diese Ausstellung wurde auch von zahlreichen auswärtigen Gästen besucht. Gruppen wurden vorab angemeldet. Die Ausstellung fand überaus großen Zuspruch.

 Freunde der Ahnenforschung waren für Oktober und November 2002 in den Blücherturm eingeladen. Familien‑Chroniken konnten unter Anleitung erarbeitet werden, Stammbäume wuchsen. Die Westdeutsche Gesellschaft für Familienkunde e. V. wollte für dieses Hobby Interesse wecken.

 Am 23. November 2002 gab es Bilder aus verschiedenen Materialien zu sehen.

 Das Jahr 2002 wurde mit einer großen lkonen‑Ausstellung abgeschlossen. Original-Ikonen, von einer Stadtwälder Künstlerin gemalt, waren die Ausstellungsstücke im Blücherturm. Gäste waren von dieser ostkirchlichen Kunst begeistert.

 Schulen und Schüler sind als Ansprechpartner im Blücherturm stets willkommen.  Mit Freude verweisen wir auf die von Schülern der Ardeyschule vorbereitete Ausstellung zum eigenen Schuljubiläum. Über den Sommer 2002 zog sie zahlreiche Besucher in den Turm.

 Düsseldorfer Künstler bereiteten für den Mai 2003 eine Ausstellung im Blücherturm vor. Hier zeigte sich großes Fachpublikum.

 Mit Zeichnungen und Grafiken wird der Turm im September 2003 ausgestattet werden. Am 20. / 21. und 27. / 28. September wird hier zu einer Ausstellung eingeladen.

 Die Dokumentation "Blücherturm" wird in der Folge anschließen. Sie wird während der Festtage um den 10. Oktober 2003 zu sehen sein. Über "Rellinghauser Geschichte pur" wird hier berichtet.

In der Planung ist eine kleine Feier für geladene Gäste und alle Mitglieder der Bürgerschaft Rellinghausen ‑ Stadtwald e.V. für den 10. Oktober 2003.                             

In der Zeit zwischen 17 Uhr und 22 Uhr wird zu einem Empfang eingeladen.

 Soweit die Berichterstattung über "Fünf Jahre Blücherturm".

 Essen‑Rellinghausen, im August 2003

 gez. Karl Kirchfeld

(Schriftführer)

Der Blücherturm Ende der 1950 er Jahre