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Ehemalige russische Zwangsarbeiterinnen zu Besuch in Essen
Vor 65 Jahren wurden sie aus ihrer Heimat verschleppt und mussten in Essen Zwangsarbeit leisten. Nun waren einige von ihnen im Rahmen eines Besuchsprogramms für ehemalige Zwangsarbeiter wieder zu Besuch in Essen. Dieses Programm findet seit 2001 jährlich, auf Einladung des Oberbürgermeisters, statt.
Begleitet vom Historiker Dr. Ernst Schmidt, wurde am Montag (8.10) eine kleine Stadtrundfahrt durchgeführt, bei der man unter anderem eine Gedenkstätte, wo 99 russische Kriegsgefangene bei einem Bombenangriff verschüttet wurden und noch heute begraben liegen, und die Kriegsgräber auf dem Terrassenfriedhof besuchte. Dr. Schmidt machte dazu jeweils interessante Ausführungen. Man besuchte auch die Stätten, an der die heute hochbetagten Frauen unter menschenunwürdigen Verhältnissen arbeiten mussten. Zwei der Damen waren auf der Zeche Heinrich in Überruhr eingesetzt. Dort erinnerten sie sich, sichtlich bewegt, an viele Details. An der Zeche überreichte der Kupferdreher Heimatforscher Rainer Busch den beiden Damen zur Erinnerung sein im vergangenen Jahr erschienenes Buch über den Überruhrer Bergbau, in dem viele Bilder und die Geschichte der Zeche Heinrich enthalten sind. Frau Lidija Polewaja ist 1925 in Olenewka auf der Krim (Ukraine) als 17 jähriges Mädchen nach Deutschland verschleppt worden. Sie arbeitete bis September 1943 in der Lampenstube der Zeche, bevor man sie dann ins KZ Ravensbrück gebracht wurde, wo sie nur durch Zufall überlebte. Frau Agaf Bragina wurde ebenfalls 1942 mit 21 Jahren aus ihrem Dorf bei Jewpatorija auf der Krim verschleppt, ohne sich vorher bei ihren Angehörigen verabschieden zu können. Sie musste dann auf der Zeche Heinrich zunächst unter Tage und später in der Kohlenwäsche arbeiten. Untergebracht waren sie in einem Barackenlager im Deilbachtal, von wo sie täglich mit der Straßenbahn zur Zeche Heinrich fuhren.
Beim anschließenden, gemeinsamen Mittagessen wurden noch gegenseitig viele Fragen gestellt und beantwortet.
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