Arbeitsgemeinschaft Essener Geschichtsinitiativen
im FORUM Geschichtskultur an Ruhr und Emscher eV.

 

Initiativkreis Bergbau und Kokereiwesen e.V.
Herner Straße 40,  45657 Recklinghausen,   Ansprechpartner: Lars van den Berg
Tel. 02361 / 93 81 - 321,  Fax: 02361 / 93 81 - 322
E-mail:
bergbau@ibk-ev.de
Internet:
www.ibk-ev.de

Info Nr. 2 September 1997

Im Jahre 1925 wurde die Zeche "Eintracht-Tiefbau" stillgelegt. Heute, rund 70 Jahre danach, existieren nur noch wenige Zeugen des Bergbaus in Steele. Zu Ihnen zählt, neben den Resten der Teer- und Ammoniakfabrik, auch der Kokskohlenturm der ehemaligen Schachtanlage "Eintracht-Tiefbau II" (= Schacht "Heintzmann").

Leider soll auch dieser abgebrochen werden, um einem Bauprojekt auf dem früheren Zechengelände Platz zu machen. Da jedoch weder in Essen noch in der näheren Umgebung ein so alter Zeuge der früheren Kokereitechnik existiert, haben es sich einige Bergbau-Interessierte zur Aufgabe gemacht, sich für den Erhalt des alten Kokskohlenturmes einzusetzen. Zu diesem Zwecke wurde Ende 1995 der" Initiativkreis Zeche Eintracht-Tielbau " ins Leben gerufen.

Der Kokskohlenturm

In einem sehr desolaten Zustand präsentiert sich der alte Turm dem Betrachter. Kaum zu glauben, daß er von seiner Erbauung im Jahre 1913 bis zur Stillegung der Zeche 1925 zur Speicherung der Kohle diente. Von ihm wurde die Kokskohle in der richtigen Menge abgezogen und mit einem Füllwagen den Koksöfen zugeführt. Sein Fassungsvermögen war so bemessen, daß er als Notreservoir dienen konnte, falls es bei der Förderung oder der Aufbereitung der Kohle zu Störungen kam. In solchen Fällen konnte er die Kokerei ca. 2-3 Tage mit Kokskohle versorgen; ebenso geschah es an Feiertagen oder -schichten, wenn die Förderung ruhte. In Zahlen ausgedruckt hatte der Turm ein Fassungsvermögen von 1.000 t Kokskohle.

Das rd. 35 m hohe Bauwerk wurde komplett in Eisenbeton ausgeführt. Sein Inneres ist durch mehrere Trennwände in Bunkertaschen unterteilt, die nach unten hin in trichterförmigen Ausläufen enden. Mittels Handrad und Zahnstange konnten diese geöffnet werden, um die Kohle in den darunter bereitstehenden Füllwagen zu füllen.

Die Techniken des Beschickens des Turmes mit Kohle und das Abziehen der selben wird heute noch beim Anblick des Turmes erkennbar. Nicht zuletzt aus diesem Grunde sehen wir im Erhalt des Turmes eine Bereicherung des kulturellen Gutes im Ruhrgebiet