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Tag des offenen Denkmals 2006
Der diesjährige Tag des offenen Denkmals war am Sonntag, dem 10. September. Das Programm wurde in der Online-Veranstaltungsdatenbank der Deutschen Stiftung Denkmalschutz veröffentlicht sowie nach dortigem Abruf der Daten auf der städtischen Internetseite, und zwar in ein einer vom Institut für Denkmalschutz (IDD) bearbeiteten, teils ergänzten bzw. ausführlicheren Fassung, versehen mit einer Einführung: http://www.essen.de/Deutsch/Rathaus/Aemter/Ordner_61/Denkmalschutz/Tag_des_offenen_Denkmals.asp Ausführliche Programmübersicht des IDD als Downloadangebot, in www.essen.de: http://www.essen.de/Deutsch/Rathaus/Aemter/Ordner_61/Denkmalschutz/TdoD_2006_Programm_Ausfuehrliche_Uebersicht_www_UDB2B_ 170806_140900.pdf Bei den 29 Denkmalvorstellungen und ähnlichen Veranstaltungen, die sich dank des schon traditionellen Engagements zahlreicher Vereine, Institutionen und Privatpersonen ergeben hatten, wurden bei prächtigem Wetter insgesamt über 5600 Besucher gezählt, davon 3500 auf dem Steenkamp Hof. Zu drei der 29 Veranstaltungen sind die Besucherzahlen nicht bekannt, vermutlich waren es dort um 90 Besucher.
Internetinformationen des Instituts für Denkmalschutz u. -pflege (IDD)
Das Internet-Informationsangebot des Instituts wurde erneut weiter ausgebaut. Zum Einstieg empfiehlt sich folgende Seite: http://www.essen.de/Deutsch/Rathaus/Aemter/Ordner_61/Denkmalschutz/DenkmalschutzDenkmalpflege.asp
Internetinfos des IDD: Geo-Informations-System Essen. Denkmäler
Zur Internetinformation des Instituts gehören die Daten über Denkmäler im Geographischen Informationssystem der Stadt (GIS). Sie sind mittlerweile mit technischer Unterstützung von EDV-Mitarbeitern des Amts für Stadtplanung und Bauordnung, Volker Klinker und Dirk Schmidt, eingearbeitet und öffentlich online zugänglich: Geo-Informations-System Essen. Themenauswahl: Denkmäler. Hg. u. Bearb.: Stadt Essen: Amt für Stadtplanung u. Bauordnung [EDV] in Verbindung mit dem Institut für Denkmalschutz u. Denkmalpflege [Inhalt]. Begonnen 2006. Link zum Geo-Infosystem unter www.essen.de , auf der Seite „Denkmalschutz, Denkmalpflege“: http://www.essen.de/Deutsch/Rathaus/Aemter/Ordner_61/Denkmalschutz/DenkmalschutzDenkmalpflege.asp# Beschreibung: Datenbank (im Aufbau) für Online-Abfragen über Denkmäler in Essen. Kartographische Lagedarstellungen und textliche Darstellungen zu einzelnen Denkmälern, Denkmalarten (Bau- u. Bodendenkmäler, Denkmalbereiche) und Denkmalgattungen (z. B. Burgen, Kirchen, Industriedenkmäler). Abfragbar nach Stadtbezirken, Stadtteilen, Straßen, kartographischen Lagepunkten und -bereichen. Inhaltliche Grundlagen: Denkmalliste der Stadt Essen. Fotografische Darstellungen geplant. Stand der Eintragungen in die Denkmalliste: Im August 2006 waren über 940 Baudenkmäler und über 50 Bodendenkmäler in der Denkmalliste dokumentiert. Aus organisatorischen Gründen ist der genaue aktuelle Stand der Eintragungen nur durch Anfrage im Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege zu erfahren. S. ggf. ferner die Erläuterungen: Geo-Informations-System Essen Version 2.0. Erläuterungen. In: http://www.essen.de/Deutsch/Rathaus/Aemter/Aktionen/Aktuelle_Stadtplanungen/Geo_Infosystem_Erlaeuterungen.asp
Die Denkmalliste (textlicher Bestandteil) war schon seit einiger Zeit auf der Internetseite von Dr. Christian Eiden veröffentlicht: Denkmalliste der Stadt Essen. [Rechtlich unverbindliche Abschrift der Denkmalliste, erstellt im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme bei der Inventarisation der Denkmalbehörde der Stadt Essen zum Datenbankaufbau und zur Internetpublikation. Red. weiterbearbeitet und im Internet publiziert von Christian Eiden, Essen.] In: Eiden, Christian: Cliolink. www.cliolink.de . 2001 - 2006. [Ausgaben von 2001 ff. teilweise abrufbar in: Internet Archive - Wayback Machine. www.archive.org . Zum Abruf im „Internet Archive“ nutzbare URL-Eingaben: www.ceiden.de, www.cliolink.de .] Diese Veröffentlichung ist in vieler Hinsicht nach wie vor ergänzend zum GIS durchaus nützlich, insbesondere aus Gründen der übersichtlichen Datensortierung und -darstellung. Leider wird sie nicht mehr fortgeschrieben.
Hintergrundinformation zu den Texten in der Denkmalliste: Die Baudenkmal-Texte der Denkmalliste, inbesondere die Datierungen und Beschreibungen dieser Objekte, basieren größtenteils auf einem Antrag auf Eintragung in die Denkmalliste, den das Rheinische Amt für Denkmalpflege 1984 bei der Stadt Essen stellte: Mainzer, Udo (Landeskonservator / Rheinisches Amt für Denkmalpflege): Denkmälerverzeichnis [Baudenkmäler] ... für das Gebiet der Stadt Essen. Erarbeitet von B. Eger, E. Geiger, A. Schumacher; festgestellt in den Sitzungen der Denkmälerkommission -mit Hans Peter Hilger u.a.- 1983/1984. 17.11. 1984 [Schreiben an die Stadt Essen, unveröffentlicht].
Einige der Denkmallisten-Texte wurden aufgrund bestimmter denkmalrechtlicher Verfahrensverhältnisse vom IDD komplett neu erarbeitet und verfaßt, z. B. zum Eickhaus: Bach, Martin: "Eickhaus"; ehemaliges Einrichtungs-Kaufhaus (Möbelhaus) der Firma "A. Eick Söhne". 2000. (Denkmalliste der Stadt Essen, Teil A, Nr. 361) http://www.cliolink.de/denkmalliste/bezirk01/stadtkern/0000009522092ce2a.html Oder beispielsweise zur Villa Fritz von Waldthausen in Bredeney, Markuspfad 3/5: Bach, Martin: Villa Fritz von Waldthausen. 2001. (Denkmalliste der Stadt Essen, Teil A, Nr. 917) http://www.cliolink.de/denkmalliste/bezirk09/bredeney/000000952212cbd53.html Von Mitte der fünfziger bis Anfang der sechziger Jahre wohnte hier die junge Familie Marianne und Dr. Richard von Weizsäcker, Bundespräsident 1984-1994. Marianne von Weizsäcker ist eine der Töchter von Asta von Kretschmann geb. Mohr, der Adoptivtochter von Dr. Fritz von Waldthausen. Um die Erhaltung der Villa haben sich Reinhard und Tina Beltz bereits 1973 verdient gemacht. (S.: Alte Möbel und moderne Kunst in neuer Galerie. Waldthausen-Villa vor Spitzhacke gerettet [Reinhard u. Tina Beltz]. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Nov. 1973.)
Internetinfos des IDD: Literatur über Denkmäler und Denkmalpflege in Essen:
Das Online-Verzeichnis über Literatur zu Denkmälern und Denkmalpflege in Essen wurde erneut überarbeitet und ergänzt, eines der vorrangigen denkmalkundlichen Hilfsmedien, auf dessen Pflege auch weiterhin geachtet werden soll: Bach, Martin (Institut für Denkmalschutz u. Denkmalpflege): Literaturhinweise zu Denkmälern und Denkmalpflege in Essen. Stand: 06.10.2006. http://www.essen.de/Deutsch/Rathaus/Aemter/Ordner_61/Denkmalschutz/Literaturhinweise_Denkmalpflege_Essen_www_UDB2B_300506_ 092600.pdf (13.10.2006). Unter anderem ist darin der 2005 erschienene „Dehio“ - Führer zu den Denkmälern in Nordrhein vorgestellt.Dazu auch hier ein kurzer Kommentar: Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Nordrhein-Westfalen. Bd. 1: Rheinland. Bearb. beg. v. Ruth Schmitz-Ehmke; fortgeführt v. Claudia Euskirchen u. a. [Hans-Christian Feldmann: Essen]. Hg. u. verantw. f. d. Inhalt: Wiss. Vereinigung zur Fortführung des kunsttopographischen Werkes von Georg Dehio e. V., Vorsitzender Volker Himmelein. Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Vors. Gottfried Kiesow. Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Rheinische Amt für Denkmalpflege, Landeskonservator Udo Mainzer. München, Berlin: Dt. Kunstverl., 2005. Darin S. 358 - 406: Essen. Stadtbibliothek Essen: RFL 31 NOR „Der Dehio“ ist ein bewährtes Handbuch mit großer Tradition. (www.dehio.org/handbuch/index.html ) Es wendet sich als wissenschaftliches Werk eher an die Fachwelt, aber auch einige sehr interessierte Laien wissen es zu schätzen. Neuerdings sind kleinere Ausschnitte online einsehbar. (http://www.dehio.org/rundgang/index.html ) Wie zahlreiche weitere Bände erschien der Band Rheinland in völlig überarbeiteter Neuausgabe. Für das Ergebnis kann man den Herausgebern, Autoren und weiteren Förderern dankbar sein. Das handliche Format erinnert nach wie vor an ein Gesangbuch und ist unterwegs sehr praktisch. Die komprimierten, teils äußerst knappen Texte informieren nicht nur über Kunstdenkmäler, sondern auch über verschiedene historische Denkmäler (z.B. S. 388/389, Deilbachtal, www.dehio.org/rundgang/industriebauten/essen_deilbachtal.html). Damit das Rheinland in einem Band von ca. 1300 Seiten behandelt werden konnte, wurden von den inventarisierten Baudenkmälern der Kunst und Geschichte natürlich nur die als besonders bedeutsam erscheinenden vorgestellt, und zwar in unterschiedlicher Ausführlichkeit , - wie sie dem jeweiligen Bedeutungsgrad entspricht. Eine notwendigerweise so getroffene Objektauswahl wird nicht jeden Leser vollständig überzeugen können; das liegt an der Eigenart kulturwissenschaftlicher Methoden und Bedingungen. Zum Beispiel wären das historisch hochbedeutsame Amerikahaus (S. 360 nur kurz erwähnt) und die Grabmäler der Familie Krupp auf dem Friedhof Bredeney wohl mindestens jeweils drei bis vier Zeilen wert gewesen, auch wenn man dafür an anderer Stelle hätte kürzen müssen, z. B. vielleicht in dem Text zu St. Dionysius Borbeck und zum dortigen Germania-Denkmal. Desweiteren wird mancher z. B. auch Kurztexte zum Haus der Technik (ehem. Börse), zur Hauptpost, zum Hotel Handelshof, zur Deutschen Bank (ehem. Essener Credit-Anstalt), zum ehem. Bankhaus der jüdischen Familie Hirschland (Lindenallee 7/9), zur ehemaligen Stadtsparkasse und zu Haus Oefte vermissen.
Internetinfos des IDD: Reihe „Baudenkmal des Monats“
Die 2005 begonnene Reihe wurde 2006 mit einer Vorstellung des Grabmals Metzendorf fortgeführt: Bach, Martin: Das Grabmal des Architekten Metzendorf auf dem Südwestfriedhof. (Baudenkmal des Monats Mai 2006) Essen: Stadt Essen, 2006. In: www.essen.de/Deutsch/Rathaus/Aemter/Ordner_61/Denkmalschutz/Fulerumer_Str_015_Grabmal_Metzendorf_www_UDB2B_240406_1410. pdf Einführend, ders.: http://www.essen.de/Deutsch/Rathaus/Aemter/Ordner_61/Denkmalschutz/Baudenkmal_des_Monats_2006_05_UDB2B_310306_100100.asp Das Grabmal bietet ergänzenden Aufschluß über die Rolle Margarethe Krupps bei der Auswahl des Architekten Metzendorf zum Bau der Margarethenhöhe.
Der Halfmannshof in Schuir
Jüngst wurde der Halfmannshof in Schuir (Schuirweg 71) unter Schutz gestellt, ehemals Eigentum der Benediktinerabtei Werden und von ihr verpachtet. Mit dem Haus Schuir gegenüber steht er in enger geschichtlicher Beziehung. Ausführliches zum Halfmannshof enthält die Online-Denkmalkarteikarte im öffentlichen Teil des Ratsinformationssystems: Bach, Martin: Bauernhaus „Halfmannshof“. Schuirweg 71, Essen-Schuir. 2006. (Denkmalliste der Stadt Essen, Teil A, Nr. ###) http://217.78.137.10/Essen_Internet/twsimre.nsf/WebDrucksache/41256C39002BBC6BC12571CE005D585A/$file/Schuirweg_071_Bauernha us_DL_KK_UDB2B_041105_162800.pdf Auch an dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit wahrnehmen, Herrn Herbert Schmitz, Haarzopf, und Herrn Franz-Josef Schmitt, Fischlaken, für Beiträge und Hinweise zur Quellenkenntnis der Geschichte des Halfmannshofes zu danken.
Grundherrschaftliche Eigentums- und Pachtverhältnisse an Bauernhöfen und Kotten
Im Zusammenhang mit dem Halfmannshof sei hier auf eine sehr lesenswerte gedruckte Quelle zu den grundherrschaftlich-bäuerlichen Eigentums- und Pachtverhältnissen im Raum Essen-Werden und Umgebung hingewiesen, die online zugänglich ist. Der Schwerpunkt der Quelle liegt im 17.-18. Jahrhundert. Verfasser war der fürstabteilich Werdener Landrichter Müller. Er schrieb aus seiner reichen regionalen beruflichen Erfahrung, sowohl aus historischer Kenntnis als auch aus der Rechtskenntnis seiner Gegenwart: Müller, Peter Franz Joseph: Über das Güterwesen. Von P. F. J. Müller, Vice-Präsident des Tribunals der ersten Instanz, und Präsident des Zucht- und Handelsgerichts. Gedruckt bei Hofkammer-Rath Stahl auf Kosten des Verfassers. Düsseldorf: Selbstverlag, 1816. http://dlib-pr.mpier.mpg.de/m/kleioc/0010/exec/books/%2237598%22 Die Online-Veröffentlichung erfolgte durch das Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte unter dem Titel „Literaturquellen zum deutschen, österreichischen und schweizerischen Privat- und Zivilprozeßrecht des 19. Jahrhunderts“ ( http://dlib-pr.mpier.mpg.de ). Ein originales Exemplar des Buches bewahrt die Stadtbibliothek Essen: Ec 27a.
Historische und denkmalwerte Orgeln, Literatur, Online-Hörproben (mp3-Downloads)
Noch wenig bekannt sind die beiden musikwissenschaftlichen Veröffentlichungen (eine CD, ein Aufsatz) über historische Orgeln im Ruhrgebiet, darunter auch Essener Orgeln (einige denkmalgeschützt): Ahrens, Christian u. a.: Historische Orgeln im Ruhrgebiet. Eine Dokumentation von Prof. Dr. Christian Ahrens, Sven Dierke M.A., Stefan Gruschka M.A., gefördert von der Fritz Thyssen - Stiftung. CD-ROM. Bochum: Musikwiss. Inst. der Ruhr-Univ. Bochum: Ahrens, 2003. Zu dem Forschungsprojekt: http://www.uni-prtokolle.de/nachrichten/id/51176/, Zu Ergebnissen und zur CD: http://www.pm.ruhr-uni-bochum.de/pm2004/msg00025.htm Ahrens, Christian: Historische Orgellandschaft Ruhrgebiet. In: Ars Organi, 51 (2003), H. 1, S. 1-7. Kostenlose Hörproben zur denkmalgeschützten spätromantischen Orgel der evangelischen Kirche Werden finden sich in: www.audite.de/sc.php?cd=20029&m=6&p=tracks&sid=kdu6dgdlda5t89rvqqp7cqmif7 Interpret: Carsten Wiebusch. 18 Audiobeispiele, je ca. 1 Minute, aus einer CD. Download-Angebot von mp3-Dateien. Und in: http://aeolus-music.com/deutsch/aeolus/orgel/AE10411.htm . 2 Audiobeispiele aus einer CD. Interpret: Prof. Gerd Zacher. Schon 1985 setzte er sich zusammen mit den Professoren Werner Krotzinger und Gisbert Schneider von der Folkwang-Hochschule für Musik sowie mit dem Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde für die Unterschutzstellung der Orgel ein. S. ggf. ferner: Winking, Hans: Neue CD: Prof. Gerd Zacher spielt an der Walcker-Orgel der Evangelischen Kirche Werden. [Mit einem Kommentar von Gerd Zacher.] In: Evangelische Kirchengemeinde Werden: Die Spätromantische Orgel. www.kirche-werden.de/AngbTerm/Musik/Zacher/body_zacher.html Die mp3-Dateien können als Download abgerufen werden. Die Wiedergabe mit dem Windows Media-Player oder dem Winamp-Player ist problemlos möglich. Ein gutes Klangbild wird natürlich nicht mit einfachen PC-Lautsprechern erreicht, sondern eher mit einem Hifi-Verstärker einschließlich zugehöriger Lautsprecher, was ggf. schon mit einer 30 Jahre alten Hifi-Stereoanlage durchaus möglich ist. Diese kann in der Regel an den Soundkartenausgang des PC angeschlossen werden. (Ausprobieren!)
Kinokultur der Fünfziger Jahre im Ruhrgebiet
Zur Kinogeschichte des Ruhrgebiets, einem wichtigen Kapitel Ruhrgebietskultur, erschien vor kurzem eine sehr gründliche, nicht nur architekturgeschichtlich interessierte Doktorarbeit: Klein-Wiele, Holger: Kinoarchitektur der fünfziger Jahre im Ruhrgebiet. Berlin, Münster: Lit, 2006. Zugl.: Bochum, Univ., Diss., 2004. Mit beeindruckendem Katalog und sehr aufschlußreichen Statistiken. Behandelt unter anderem die Essener Kinos Lichtburg, Eulenspiegel und das Studiokino am Glückaufhaus. Denkmalpfleger und Kulturhistoriker des Ruhrgebiets werden dem Kunsthistoriker Klein-Wiele für sein Buch dankbar sein. Er hatte bereits eine Magisterarbeit über die Lichtburg geschrieben.
Familie von Waldthausen in Essen: Mausoleum, Führung des Adelstitels von 1556
Das Mausoleum auf dem städtischen Friedhof Bredeney ist eines der bemerkenswertesten Denkmäler der Sepulkralkultur des industriezeitlichen Ruhrgebiets. (Im neuen „Dehio“, s. o., leider nicht erwähnt, übrigens auch nicht das Grabmal Hohendahl von Lehmbruck auf demselben Friedhof.) Der Adelstitel geht auf die Verleihung von Kaiser Karl V. 1556 an Jobst von Waldthausen zurück und wurde verschiedenen Familienangehörigen ab 1887 auf Antrag bestätigt, zunächst von Wilhelm I. als König von Preußen. 1540 hatte Martin Luther Jobst von Waldthausen in seinem Empfehlungsschreiben an Herzogin Elisabeth von Braunschweig-Lüneburg als „ein fein, gelehrt, geschickt, fromm Mensch, dergleichen man nicht viel findet“ charakterisiert. Ausführliches zum Grabmal und zum nicht kontinuierlich geführten Adelstitel ist im Ratsinformationssystem zu lesen, und zwar in der Denkmalkarteikarte zur Unterschutzstellung des Waldthausen-Mausoleums auf dem Friedhof Bredeney: Bach, Martin: Grabmal (Mausoleum) der namhaften Essener Familien Brüder Julius Wilhelm (+1873) und Gustav Ernst (+1883) Waldthausen. 2004. (Denkmalliste der Stadt Essen, Teil A, Nr. 938.) In: Ratsinformationsystem (RIS) der Stadt Essen: Pdf-Datei, 169 KB: http://217.78.137.10/Essen_Internet/twsimre.nsf/WebDrucksache/41256C39002BBC6BC1256F89005C3C47/$file/Anlage1%20%20Denkmalk arteikarte{%20Westerwaldstr.%20006{%20Grabmal%20Waldthausen,%20Julius%20u.%20a.{%20UDB2B_010704_150401.PDF
Romanisches Haus Werden
Neue Erkenntnisse durch genaue bauhistorische Analyse: über das sogenannte romanische Fenster im Romanischen Haus in Werden (Hufergasse): Heckes, Hans-Dieter: Ein romanisches Drillingsfenster im Romanischen Haus? In: Denkmalpflege im Rheinland, 23 (2006), H. 1. S. 13 - 18. Nach Analyse architektonischer Details und Berücksichtigung der Bauaufnahmen von 1968, 1983 und 1991 kommt Hans-Dieter Heckes überzeugend zu dem Ergebnis, daß das Fenster nicht original ist, sondern daß es aus teils romanischen Bauteilen von anderer Stelle zusammengesetzt und angelegt wurde, nach seiner Vermutung im 18. Jh.. Die so wiederverwendeten romanischen Bauteile stammen nach Heckes sehr wahrscheinlich aus der Abtei Werden, und seien teils bereits dort längere Zeit in Zweitverwendung eingebaut gewesen. Der Aufsatz ist ein sehr lesenswertes Lehrstück zur bauhistorischen Methode.
Nicht zu jung für den Denkmalschutz: das Turnfestdenkmal von 1963
Die Bronzeplastik von Adolf Wamper, künstlerisches Relikt der ehemaligen, 1961-63 erbauten Sportanlage unweit der Messe, östlich des Grugabades, wurde im Mai 2003 zur Ecke Messeallee / Straßburger Str. versetzt. Ursprünglich stand es vor der Fassade der ehemaligen „Turnfesthalle“ an der Norbertstraße Der originale Sockel mit dem Turnerkreuz (FFFF, frisch, fromm, fröhlich, frei) blieb bei der Versetzung leider nicht erhalten und wurde annähernd kopiert. Die Unterschutzstellung am 16.09.2004 ging auf einen Antrag der Fraktion „Bündnis 90 / DIE GRÜNEN“ unter Federführung von Rolf Fliß bei der Vertretung des Stadtbezirks II zurück, unter anderem mit dem Inhalt, es sei „von der Denkmalbehörde zu prüfen, ob eine Eintragung in die Denkmalliste der Stadt ratsam erscheint.“ (08.06.2001) Am neuen Standort wurde eine Infotafel angebracht, finanziert von der Firma Hochtief. Näheres zum Turnfestdenkmal, zum Turnerkreuz und zur Infotafel im Ratsinformationssystem (Denkmalkarteikarte): Bach, Martin: Denkmal des Deutschen Turnfestes Essen 1963, „Turnfestdenkmal“. 2004. (Denkmalliste der Stadt Essen, Teil A, Nr. 934.) In: Ratsinformationsystem (RIS) der Stadt Essen: Pdf-Datei, 825 KB: http://217.78.137.10/Essen_Internet/twsimre.nsf/WebDrucksache/41256C39002BBC6BC1256F2500592E7C/$file/Messeallee%20-,%20...%2 0Turnfestdenkmal%20DL%20für%20RIS%20UDB2B_120804_142600.PDF
Mitgeteilt von Dr. Martin Bach, 13. u. 14.10.2006
Tätigkeitsbericht der Stadtarchäologie von März bis Oktober 2006
Die zurückliegenden Monate zeichnen sich durch eine große Bandbreite geologischer und archäologischer Beobachtungen aus. Angefangen von Fossilien aus der Karbon- und der Kreidezeit über steinzeitliche Objekte bis hin zu Relikten aus der jüngeren, industriellen Vergangenheit.
- Besonders hervorzuheben ist an erster Stelle der Fund von sog. Inoceramen, circa 90 Millionen Jahre alter Muscheln aus den Bochumer Grünsanden am Limbecker Platz. Obwohl diese Schichten sicherlich häufig bei Baumaßnahmen angeschnitten werden, wurden sie erstmals seit 20 Jahren wieder beobachtet.
- Eine Reihe interessanter mittel- und jungsteinzeitlicher bis metallzeitlicher Flintgeräte stammt aus Kupferdreh. Die Geräte wurden vom ehrenamtl. Mitarbeiter Helmut F. Barnick der Stadtarchäologie überlassen.
- Einige Beobachtungen wurden aufgrund zufällig bei Bauarbeiten aufgetauchter Objekte möglich. So auch im Falle der bei einer Leitungssanierung zerstörten Gräber vor St. Dionysius in Borbeck.
- Bei Kanalbauarbeiten auf dem Limbecker Platz wurden in einer Tiefe von ca. 5 m u. O. Sedimente eines Baches, der Lembecke mit eingeschwemmten Hölzern entdeckt.
- Nur wenig entfernt wurden später von der Stadtarchäologie die Fundamentreste des Limbecker Vortores gefunden, das 1418 als letzter Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung erbaut wurde.
- Bei Umbauarbeiten in der ehem. Abtei in Werden wurden Hinweise darauf entdeckt, dass im heutigen Bestand noch Reste eines mittelalterlichen Abtsbaus, des so genannten Abtsbaus III, existieren.
- In Kettwig konnte in einem bis in das Mittelalter zurückreichen Gebäude im historischen Ortskern im Keller des Hauses eine Kleinschmiede des 19. Jahrhunderts nachgewiesen werden.
- Neben einzelnen vorgeschichtlichen, mittelalterlichen und neuzeitlichen Befunden ist der Nachweis mehrerer Feldbrandöfen und eines kleinen Werksbereiches mit überdachtem Trockenplatz und Brunnen in Stoppenberg erwähnenswert.
- Über zwei Meter mächtige Auffüllungsschichten an der Rheinischen Straße in der Innenstadt, belegen, dass das sumpfige Gelände vor den Toren der Stadt im späten 19. Jahrhundert trockengelegt und aufgeschüttet wurde. Das Material stammt mit einiger Wahrscheinlichkeit aus der unmittelbaren Nähe. Möglicherweise sogar vom "Schuhgraben", der sich östlich der Limbecker Tores anschloss. Zu den Funden gehören, nicht zufällig, sehr viele Objekte aus Leder.
- Auch Hinterlassenschaften aus dem Industriezeitalter wurden von der Stadtarchäologie dokumentiert. Es sind dies vor allem die Überreste des 1870 entstanden Bessemer Werkes III und die Relikte des darüber 1911 errichteten Siemens-Martin -Werkes VI an der Altendorfer Str. Einer der jüngsten Funde, aus Rüttenscheid, noch mit Recherchebedarf, ist der Propeller einer amerikanischen B 17 (?), die über Essen abgeschossen wurde.
- Im Oktober 2006 erschien das Buch "Brückenschlag in die Vergangenheit - Archäologie in Kettwig an der Ruhr" im Klartext Verlag (11,90 €)
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